Der Bikini hat eine bewegte Geschichte, die 1946 mit der Präsentation durch Micheline Bernardini begann. Der Erfinder Louis Réard benannte das Kleidungsstück nach dem Bikini-Atoll, was trotz anfänglicher Verbote in Italien, Spanien und Portugal zu einem globalen Phänomen wurde. Während der Bikini in der Ära der 68er-Bewegung zum Symbol der Befreiung wurde und Ikonen wie Brigitte Bardot oder Ursula Andress ihn populär machten, bleibt die Debatte um die Sexualisierung komplex. Heutige Künstlerinnen wie Ikkimel oder Shirin David nutzen den Zweiteiler als Ausdruck weiblicher Selbstermächtigung, was jedoch oft kritisiert wird. Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen betont die Ambivalenz: Der Bikini ermöglicht einerseits die selbstbestimmte Zurschaustellung des Körpers, setzt Frauen andererseits aber auch dem voyeuristischen Blick aus. Zudem erzeugen soziale Medien neue körperliche Zwänge, da sich laut einer Umfrage jede dritte Frau im Bikini unwohl fühlt.