Im 20. Jahrhundert war der Kanton Aargau das Zentrum der Schweizer Möbelproduktion, wie Historiker Dieter Pfister in seinem neuen Buch darlegt. Zahlreiche, oft kleinere Firmen wie Stoll Giroflex, Wisa Gloria und de Sede stellten dort hochwertige, aber unauffällige Alltagsmöbel für Wohnungen und Büros her, meist aus Holz, was auf die lange Tradition holzverarbeitender Betriebe in der Region seit dem 18. Jahrhundert zurückzuführen ist. Diese robusten und funktionalen Möbel richteten sich an den gut situierten Bürgertum und wurden oft als Aussteuer für das ganze Leben angeschafft. Obwohl viele dieser Unternehmen heute nicht mehr existieren, bewahrt das Museum Aargau hunderte Archivstücke, um dieses wichtige Kulturerbe, das auch Ikea 1973 zur Eröffnung seiner ersten Filiale ausserhalb Skandinaviens in den Aargau bewog, für die Nachwelt zu erhalten und weitere Forschung anzustoßen.