Die AfD hat in Rheinland-Pfalz trotz Vorwürfen der Vetternwirtschaft und innerparteilicher Querelen ein starkes Ergebnis von rund 20 Prozent erzielt, was einen neuen West-Rekord für die Partei darstellt. Spitzenkandidat Jan Bollinger zeigte sich kämpferisch und kündigte an, die Regierung zu kontrollieren, während er die CDU aufforderte, sich von "rotem Filz" zu distanzieren, obwohl eine Zusammenarbeit unwahrscheinlich ist. Die Partei profitierte von der Unzufriedenheit in strukturschwachen Regionen und bediente Fremdenfeindlichkeit mit radikaler Rhetorik und symbolisch aufgeladenen Wahlkampfmaterialien. Trotz der "Verwandtenaffäre", bei der mehrere Funktionäre und ihre Angehörige in Anstellungsverhältnissen bei der AfD stehen, blieben potenzielle Wähler unbeeindruckt, was auf eine generelle Enttäuschung über etablierte Parteien und die Regierung zurückgeführt wird.