AfD zur Erinnerung: Kollektivstolz statt Kollektivschuld 06.05.2026

Die AfD nutzt nach ihrem Treffen in Erfurt die bestehende Schockstarre der etablierten Politik, um den lange als konsensual geltenden deutschen Erinnerungskonsens weiter zu untergraben. Obwohl ihre Position ("nicht alles war schlecht in der deutschen Geschichte") und Parolen wie "Weg mit dem Schuldkult" verbreitete Sympathien genießen, bietet sie statt Maß und Mitte eine eigene, ebenso einseitige Geschichtsverklärung an. Sie kultiviert die Vorstellung eines homogenen, positiv besetzten Volkes mit tausendjähriger Geschichte und begeht damit denselben Fehler wie die von ihr kritisierte "Kollektivschuld": die Verherrlichung statt einer nuancierten Aufarbeitung. Eine sachliche Debatte über den Bedeutungswandel der Erinnerungskultur und ihr Versagen gegenüber dem erstarkten Rechtsextremismus findet nicht statt.


















