Der Nationalrat hat mit knapper Mehrheit für die Aufhebung des AKW-Neubauverbots gestimmt, nachdem diese Vorlage am Montag noch knapp zurückgewiesen wurde. Der Genfer Nationalrat Daniel Sormanni, der sich zunächst enthalten hatte und nun für die Aufhebung stimmte, erhebt Vorwürfe wegen starken Drucks durch die SVP-Fraktion. Er berichtet von Anfeindungen, die bis zu seinem Pult reichten, und intervenierte beim Nationalratspräsidenten. Dieser kündigte ein Gespräch mit SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi an, um die Angelegenheit zu klären. Die SVP-Fraktion wies die Vorwürfe zurück und betonte die Abstimmungsfreiheit der Parlamentarier. FDP-Nationalrätin Jacqueline de Quattro und Mitte-Nationalrat Vincent Maitre, die ebenfalls ihre Haltung änderten, gaben Gespräche mit Energieminister Albert Rösti und dessen Versprechen eines Berichts zur Finanzierung neuer AKW als Grund für ihre Zustimmung an.