Der Kanton Wallis bereitet als erster Kanton der Schweiz ein Gesuch zur Regulierung von Luchsen vor, da deren Bestand stark zugenommen hat. Jäger und Wildbeobachter vermuten, dass die Raubkatzen für einen drastischen Rückgang des Reh- und Gämsbestands verantwortlich sind. Die Stiftung Kora schätzt, dass die Luchsanzahl im Wallis von ursprünglich drei im Oberwallis im Jahr 2020 auf mindestens 13 gestiegen ist, und im Unterwallis von rund 20 im Jahr 2017 auf über 40 im Jahr 2022. Naturschützer wie Jérémy Savioz von Pro Natura Wallis halten die Bestände jedoch noch für dünn und sehen keine Beweise für die Schuld des Luchses am Rückgang des Schalenwildes; sie argumentieren, dass die Jagd die Ursache sein könnte und der Luchs für gesunde Wälder wichtig sei. Staatsrat Christophe Darbellay plant, das Gesuch bis Ende Sommer beim Bundesamt für Umwelt einzureichen, was eine wissenschaftliche Begründung für die Notwendigkeit der Regulierung erfordert.