Attest ab erstem Krankheitstag Kritik an Krankschreibungsplänen aus den eigenen Reihen 04.07.2026

Die geplante Reform der Krankschreibung durch die schwarz-rote Koalition stößt auf erheblichen Widerstand, selbst innerhalb der eigenen Reihen. Dennis Radtke, Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), rät zur Überprüfung der Pläne, da der politische Streitwert die angeblichen Verbesserungen übersteige und das "gute Gesamtpaket" der Koalition zu gefährden drohe. Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) kritisiert die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung als bürokratisch und wenig ergiebig, da nur etwa ein Prozent der Krankschreibungen telefonisch erfolge. Sie warnt zudem vor einer Überlastung der Arztpraxen durch eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag, insbesondere im Hinblick auf zukünftige Belastungen durch mehr Terminanfragen. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), befürchtet, dass Arbeitnehmer mit der Neuregelung trotz Krankheit zur Arbeit erscheinen, was zu längeren Genesungszeiten und mehr Krankheitstagen führen könnte, und plädiert stattdessen für den Ausbau telemedizinischer Angebote. Ökonom Daniel Graeber vom DIW teilt die Sorge, dass mehr Praxisbesuche und Ansteckungsrisiken entstehen könnten, was letztlich zu mehr Fehltagen führen würde, wenn Kranke trotz Infekt arbeiten gehen.














