Auch wer nie selbst im Krieg war, wird von seinen Dämonen heimgesucht 10.03.2026

Norbert Gstreins Roman „Im ersten Licht“, nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, beleuchtet die Verstrickungen von Krieg und Gewalt im 20. Jahrhundert aus der retrospektiven Sicht des Geschichtslehrers Adrian Reiter. Reiter, der selbst nie im Krieg war, unterrichtet in den 1930er-Jahren in Salzburg und wird durch seine lebendigen Erzählungen über die Kavallerie zum Vorbild für seinen Schüler Martin Baumgartner. Baumgartner meldet sich freiwillig zur Armee, wird Wehrmachtssoldat und an der Ostfront zum Kriegsverbrecher. Reiter, der durch eine familiäre Verletzung dem Krieg entging, fühlt sich durch seine Verklärung des Soldatischen mitschuldig an den Gräueltaten, einschließlich des Holocaust, wie er durch Baumgartners Beichte erfährt. Der Roman schildert auch Reiters spätere Begegnung mit Vivian in England, die ihm hilft, sein eigenes Trauma zu verarbeiten und die Dämonen der Geschichte zu konfrontieren.















