Belgische Kolonie Kongo Erstmals Entschädigung für koloniale Gewalt 17.06.2026

Ein belgisches Gericht hat erstmals fünf Frauen, die als Kinder während der Kolonialzeit von ihren Familien getrennt und in Heime gebracht wurden, eine Entschädigung in Höhe von je 50.000 Euro zugesprochen. Die Frauen, darunter Léa Tavares, die als Zweijährige von ihrer Mutter getrennt wurde, erhielten Recht, nachdem sie sechs Jahre lang gegen den belgischen Staat geklagt hatten. Dieses Urteil, das im Berufungsverfahren bestätigt wurde, gilt als historisch, da erstmals ein europäischer Staat Opfer kolonialer Gewalt entschädigt. Die Anwältin der Frauen bezeichnete die Politik des belgischen Staates als rassistisch und die Entscheidung als Anerkennung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Trotz der historischen Bedeutung des Urteils findet in Belgien bisher kaum eine öffentliche Debatte über die Kolonialverbrechen statt, und König Philippe hat sich bisher nicht persönlich entschuldigt.













