Bodo Kirchhoffs Roman „Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt“ schildert die komplizierte Reise der Kinder- und Jugendtherapeutin Tess nach Indien, die von der Autorin Judith von Sternburg als zu komplex konstruiert kritisiert wird. Obwohl der Roman vielversprechende Sätze wie „Alle Liebenden sind eine Gefahr für sich selbst“ enthält, die an Shakespeare erinnern, vermag er die Erwartungen nicht zu erfüllen und der Funke springt nicht über. Die Geschichte dreht sich um Tess' Entfernung und die Frage, was sie dort tut und wohin sie diese Reise führen soll, doch die Ausführung bleibt hinter der vielversprechenden Ankündigung zurück.