Das internationale Scheinwerferlicht richtet sich am Freitag auf den Bürgenstock, wo die Schweiz als Vermittler für eine Absichtserklärung zwischen dem Iran und den USA fungiert. Der Standort, der bereits 2024 die Ukraine-Konferenz beherbergte, wurde von den Mediatoren Katar und Pakistan sowie den Kriegsparteien vorgeschlagen und bietet gute Abschirmungsmöglichkeiten. Während die Schweiz die diplomatischen und logistischen Voraussetzungen schafft und somit eine «Caterer»-Rolle einnimmt, liegt die eigentliche Regie bei anderen Staaten wie Katar, dessen Staatsfonds die Hotelanlage gehört. Experten wie Thomas Greminger und Laurent Goetschel betonen die Wichtigkeit dieser «guten Dienste», die in einer polarisierten Welt mit sinkendem Vertrauen in multilaterale Institutionen zunehmend nachgefragt werden könnten, auch als Kompensation für die militärische Zurückhaltung bei der Ukraine-Hilfe. Innenpolitische Vorstösse wie Verbote gegen Organisationen wie die Hamas könnten jedoch die Vermittlerrolle der Schweiz schwächen.