Bundeshaus-Pionierin Gabrielle Nanchen im Gespräch 12.06.2026

Gabrielle Nanchen, eine 83-jährige ehemalige SP-Politikerin, war eine der ersten zwölf Frauen, die am 29. November 1971 in den Schweizer Nationalrat einzogen. Die Walliserin setzte sich leidenschaftlich für Frauenrechte, die Mutterschaftsversicherung und den straffreien Schwangerschaftsabbruch ein. Ihr politisches Engagement wurde massgeblich durch die Diskriminierung im Wallis und die Apartheid in Südafrika geprägt. Trotz ihres Erfolges sah sie sich im Parlament mit strukturellen Mängeln, wie fehlenden Toiletten, und gesellschaftlichen Vorurteilen konfrontiert. In ihrem Heimatkanton erlebte sie starke Ablehnung aufgrund ihrer linken Ansichten und italienischen Wurzeln. Letztlich führte die Doppelbelastung als Mutter von drei Kindern dazu, dass sie ihr Mandat nicht verlängerte. Heute ist Nanchen als Autorin tätig und reflektiert über die Fortschritte und verbleibenden Herausforderungen der Gleichstellung in der Schweiz.














