Das deutsche Innenministerium plant eine massive Verstärkung der Cyberabwehr, um Sicherheitsbehörden wie dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) präventive Maßnahmen gegen Cyberangriffe zu ermöglichen. Der Gesetzentwurf zur "Stärkung der Cybersicherheit" sieht vor, dass diese Behörden aktiv in IT-Systeme eingreifen, Datenverkehr umleiten, Systeme stilllegen und in schweren Fällen Daten verändern oder löschen können, auch auf ausländischen Servern, um Angriffe frühzeitig zu unterbinden. Bei Eingriffen in private Systeme ist grundsätzlich eine richterliche Anordnung erforderlich, die jedoch bei akuter Gefahr bis zu drei Tage nachträglich eingeholt werden kann. Digitale Diensteanbieter und Provider werden zur Mitwirkung verpflichtet und können bei Verstößen mit Bußgeldern von bis zu 20 Millionen Euro belegt werden. Zur operativen Umsetzung sind mehrere Hundert neue Stellen geplant.