Die Wissenschaftsakademien Leopoldina und acatech fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme eine Datenwende zur Prävention von Demenzerkrankungen, von denen aktuell 1,8 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind und deren Zahl bis 2050 auf 2,7 Millionen steigen könnte. Angesichts der enormen Kosten und fehlenden Heilungsmöglichkeiten betonen die Experten, dass bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle durch Prävention vermeidbar seien, basierend auf 14 modifizierbaren Risikofaktoren. Um dieses Potenzial zu nutzen, sei eine datengetriebene Digital-Health-Strategie mit vernetzten Gesundheitsdaten, ergänzt um Lebensstil-, Blut- und genetische Informationen, unerlässlich. Die Stellungnahme plädiert für die Gestaltung von Gesundheitsdaten nach FAIR-Prinzipien und die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Apps zur Erfassung individueller Risikoprofile, um präventive Maßnahmen über die gesamte Lebensspanne hinweg zu optimieren und den Fokus von der reinen Krankheitsvermeidung auf die Förderung von "Gehirngesundheit" zu verlagern.