Der europäische Balanceakt: Die EU muss machtpolitisch handeln 16.03.2026

Die Europäische Union steht vor der Notwendigkeit, ihre machtpolitische Handlungsfähigkeit zu stärken, um ihre Werte in einer sich wandelnden Welt zu verteidigen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert eine realistischere, interessengeleitete Außenpolitik, die über wohlmeinende Konsensversuche hinausgeht und schnelle Entscheidungen ermöglicht. Um strategische Macht zu entwickeln, die institutionell verankert, industriepolitisch gestützt und politisch durchgesetzt wird, werden fünf Hebel vorgeschlagen: die Abschaffung der Einstimmigkeit in der Außenpolitik zugunsten von Mehrheitsentscheidungen, die Einrichtung eines Europäischen Sicherheitsrates, die Schaffung einer gemeinsamen Verteidigungsindustrie, die Sicherung strategischer Souveränität in Schlüsselbereichen und die verstärkte Nutzung von Koalitionen der Willigen. Nationale Interessen und bürokratische Hürden behindern diese notwendigen Reformen, während das Wahljahr 2027 mit potenziellen Regierungswechseln in wichtigen Mitgliedstaaten eine zusätzliche Dringlichkeit für diese strategische Neuausrichtung schafft.













