DGB-Chefin Yasmin Fahimi hat deutliche Kritik an den Reformvorschlägen von SPD-Chef Lars Klingbeil zur Arbeitszeit- und Rentenpolitik geübt. Fahimi widersprach Klingbeils Behauptung, Deutschland arbeite zu wenig und eine frühe Rente sei ein Problem, und erklärte, dass die Gesellschaft grundsätzlich genug arbeite und die gestiegene Erwerbsquote auf verbesserte Arbeitsmarktpolitik zurückzuführen sei, nicht auf die Rente mit 67. Sie betonte, dass die hohe Teilzeitquote, insbesondere bei Frauen, ein Erfolg sei und lehnte den Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder für eine Stunde Mehrarbeit pro Woche als realitätsfern und als Versuch ab, Tarifverhandlungen zu untergraben. Fahimi riet der SPD zudem, ihr Profil zu schärfen und sich auf soziale Gerechtigkeit zu konzentrieren, anstatt sich in kleinteiligen Kompromissen zu verlieren.