„Die Leute haben hier ihre Keller gegraben und Häftlingsschuhe gefunden“ 13.06.2026

In der oberösterreichischen Gemeinde Gusen entsteht verspätet eine moderne Gedenkstätte für eines der grausamsten Außenlager des KZ Mauthausen. Zwischen 1939 und 1945 wurden hier etwa 36.000 von insgesamt 72.000 Häftlingen getötet, primär Polen, Italiener und Franzosen. Das Lager, bekannt als „Hölle aller Höllen“, diente der Zwangsarbeit im Steinbruch und im Stollensystem „Bergkristall“. Nach 1945 wurde das Areal teilweise privat verkauft, sodass Siedlungen auf Massengräbern entstanden. Erst nach jahrzehntlichem Einsatz von Privatpersonen wie Martha Gammer und internationalem Druck übernahm die Republik Österreich Verantwortung. Ein umfassender, anderthalbjähriger Beteiligungsprozess unter Einbeziehung von Anrainern und Opferverbänden führte zu einem Masterplan. Das Architekturbüro Querkraft wird nun das Zentrum in Gusen, das italienische Memorial sowie den Eingang zum Stollensystem neugestalten, um die Erinnerungskultur zu stärken.














