„Die Leute sind nicht naiv“: Putin und Trump zeigen Wirkung – so blickt Deutschland auf seine Verteidigung 05.03.2026

Der Militärsoziologe Timo Graf vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr erläutert in einem Interview, dass die deutsche Bevölkerung weder naiv noch pazifistisch sei, sondern pragmatisch auf sicherheitspolitische Veränderungen reagiere. Seit Russlands Invasion der Ukraine im Jahr 2022 befürwortet eine Mehrheit von 60 Prozent höhere Verteidigungsausgaben, ein Wert, der sich seit 2000 von 20 Prozent auf 50 Prozent (nach der Krim-Annexion 2014/15) gesteigert hat. Auch die Sorge vor einem „Trump-Effekt“ nach 2025 führte zu einem Höchstwert von 65 Prozent Zustimmung. Die Deutschen priorisieren Bildung, innere Sicherheit und Gesundheit, sehen aber Verteidigung (67 Prozent) als wichtigen Ausgabenbereich, der sogar vor Rentenerhöhungen liegt. Die Grundhaltung zur Bundeswehr bleibt seit 2000 stabil positiv (75-85 Prozent), obwohl nur 42 Prozent ihre Verteidigungsfähigkeit positiv bewerten, was auf ein Bewusstsein für notwendige Stärkungen hindeutet. Die Unterstützung für Waffenlieferungen an die Ukraine ist mehrheitlich vorhanden, stößt aber bei AfD- und Linken-Wählern auf Vorbehalte. Die Bereitschaft zu einem neuen Wehrdienst ist hoch, und trotz geringer persönlicher Verteidigungsbereitschaft (37 Prozent), insbesondere bei Frauen, sieht Graf keinen kritischen Mangel.














