Emotionen: Politik und das Gefühl der „Überwältigung“ 16.06.2026

Am Dienstag widmet sich der Tag der Parlamentsforschung dem Spannungsfeld zwischen Emotionen und Vernunft in der Politik. Die Politologin Isabella Rebasso und die Soziologin Anna Durnova erläutern, dass Emotionen, insbesondere Wut, eine zentrale Rolle bei der Wählermobilisierung und politischen Partizipation spielen. Während die Aufklärung eine strikte Trennung von Rationalität und Gefühl etablierte, zeigen Neurowissenschaften heute deren Ergänzung. Durnova argumentiert, dass eine zunehmende Individualisierung und die Komplexität einer globalisierten Welt zu einem Gefühl der „Überwältigung“ geführt haben, was den Aufstieg populistischer Bewegungen wie beim Brexit oder der Wahl von Donald Trump Trump begünstigte. Zudem habe die Coronavirus-Pandemie durch soziale Isolation die Fähigkeit der Gesellschaft geschwächt, kontroversen Meinungen standzuhalten. Die Expertinnen fordern daher, dass die Politik den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und die individuelle Überforderung aktiv thematisieren muss.














