Europa braucht einen Neustart in Bosnien-Hercegovina 27.05.2026

Der überraschende Rücktritt Christian Schmidts als Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina markiert eine entscheidende Chance für Europa, eine grundlegende Neuausrichtung der Politik gegenüber dem Land vorzunehmen. Seit dem Daytoner Friedensvertrag von 1995 befindet sich Bosnien-Herzegowina formal in der Souveränität, aber de facto unter internationaler Aufsicht, eine Situation, die durch die Institution des Hohen Repräsentanten ermöglicht wurde. Diese war zwar anfänglich erfolgreich im Wiederaufbau, entwickelte sich jedoch zu einem Dauerzustand, der lokale Politiker von eigener Verantwortung entband. Angesichts der veränderten geopolitischen Lage, einschließlich Russlands Ablehnung der Rolle des Hohen Repräsentanten und eines transaktionalen Ansatzes der USA, ist die Ernennung eines Nachfolgers keine Lösung. Stattdessen sollte Europa die Dysfunktionalität des bosnischen Regierungssystems korrigieren und die internationale Sonderaufsicht an den EU-Beitrittsprozess koppeln, um Bosnien eine glaubwürdige europäische Zukunft zu ermöglichen und die internationale Verwaltung zu beenden.















