Europa und die Energiepreise Jeder für sich 22.04.2026

Europäische Länder reagieren auf die durch die Sperrung der Straße von Hormus ausgelösten steigenden Energiepreise uneinheitlich und verfolgen überwiegend nationale Alleingänge, anstatt eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte die Notwendigkeit der Abstimmung, doch die Realität zeigt, dass allein die Bundesregierung die Energiesteuer auf Sprit um 17 Cent senkte, Italien um 25 Cent, und Spanien ein Entlastungspaket von über fünf Milliarden Euro schnürte. Zwar gab es eine koordinierte Freigabe von 92 Millionen Barrel Öl aus nationalen Reserven durch 23 Staaten, doch über 150 separate Maßnahmen von 23 EU-Mitgliedern mit Kosten von rund zwölf Milliarden Euro sind laut dem Jacques Delors Institut größtenteils nicht zielgerichtet, da sie auch wohlhabende Haushalte begünstigen und somit das Sparverhalten nicht fördern. Wissenschaftlerin Alice Moscovici kritisiert, dass diese Maßnahmen die falsche Botschaft senden und die Politik nicht jede internationale Entwicklung abfedern könne, was zu einem "Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten" führt, da Länder mit unterschiedlichen finanziellen Spielräumen agieren.













