Die europäische Polizeibehörde Europol gab am Donnerstag die Zerschlagung mehrerer digitaler Missbrauchsnetzwerke bekannt. Im Rahmen des Projekts Medusa wurden 156 Täter und ebenso viele Opfer identifiziert. Die Ermittlungen führten zu 274 neuen Spuren, die bestehende Untersuchungen erweitern oder neue Verfahren anstoßen sollen. Die Täter sind hauptsächlich Männer, die ihre Partnerinnen betäuben, sexuell missbrauchen und die Aufnahmen in frauenfeindlichen Online-Gruppen teilen. Der Fall Gisèle Pelicot in Frankreich, deren Ehemann sie jahrelang unter Drogen setzte und fremden Männern anbot, gilt als besonders erschütterndes Beispiel. Dominique Pelicot wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, die meisten der rund 50 weiteren Angeklagten erhielten Haftstrafen zwischen drei und 15 Jahren.