Exiljournalist aus Afghanistan: „Denk an deine Familie!“ 03.05.2026

Der afghanische Exiljournalist Rafiullah Nikzad (26) erhält in Tirana über soziale Medien bedrohliche Kommentare wie „Spion“, „Söldner“ und schließlich „Denk an deine Familie in Afghanistan“. Diese direkte Anspielung auf seine im Land zurückgebliebene Familie versetzt ihn in Angst und zwingt ihn zur Selbstzensur. Nikzad, der seit 2024 in München lebt und zuvor für afghanische und französische Medien arbeitete, erlebt so die allgegenwärtige Bedrohung, die von den Taliban für im Exil lebende Journalisten ausgeht. Sein Fall illustriert ein breiteres Phänomen: Laut einer Leipziger Studie von 2025 praktizieren über 70 Prozent der afghanischen Exiljournalisten regelmäßig Selbstzensur, um ihre Familien und Quellen zu schützen. Trotz der massiven Einschränkungen der Pressefreiheit in Afghanistan seit 2021 setzen viele im Exil ihre Berichterstattung fort, müssen dabei aber ständig ihre Sicherheit und die ihrer Kontakte abwägen.













