Exiljournalistin aus Belarus: Der Krieg um die Erinnerung 03.05.2026

In Belarus wird das Gedenken an Tote sowie die Dokumentation der Gegenwart als politische Bedrohung behandelt und systematisch unterdrückt. Seit den Protesten von 2020 richtet sich das harte Vorgehen des Regimes besonders gegen Journalisten und Fotojournalisten, die Trauerzüge oder Gedenkveranstaltungen festhalten. Ein zentraler Fall ist die Journalistin Katsiaryna Andreeva, die zusammen mit ihrer Kamerafrau Darya Chultsova 2020 während einer Live-Übertragung einer Gedenkveranstaltung festgenommen wurde. Während Chultsova nach zwei Jahren Straflager freikam, wurde Andreeva zusätzlich zu acht Jahren Haft wegen „Hochverrats“ verurteilt. Diese Praxis, die Wissenschaftler als „Nekropolitik“ bezeichnen, zielt darauf ab, die staatliche Kontrolle auf Tod und Erinnerung auszuweiten. Bis März 2026 sitzen mindestens 28 belarussische Medienmitarbeiter im Gefängnis.














