Auf ihrem Landesparteitag in Berlin hat die CDU Kai Wegner mit deutlicher Mehrheit von 92,64 Prozent der Stimmen erneut zum Spitzenkandidaten für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September nominiert. Wegner äußerte seinen Anspruch, Regierender Bürgermeister bleiben zu wollen. Trotz des formellen Erfolgs war der Parteitag von Turbulenzen geprägt, da der 85-jährige Wolfram Wickert überraschend als Gegenkandidat antrat, was zu einer unerwarteten geheimen Abstimmung führte und das geplante Krönungszeremoniell für Wegner störte. Wegner verwies in seiner Rede auf Erfolge seiner Amtszeit wie die Verwaltungsreform und verbesserte Bildungsrankings, musste aber auch Rückschläge wie die "Tennis-Affäre" und Skandale um Fördergelder und einen Digitalisierungsbeauftragten verarbeiten. Aktuelle Umfragen sehen die Berliner CDU bei nur 19 Prozent, deutlich hinter ihrem Ergebnis von 28,2 Prozent vor drei Jahren, obwohl Berlin im Herbst die besten Chancen für die CDU bietet, stärkste Kraft zu werden, im Gegensatz zu Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die AfD in Umfragen führt.