Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCIs) ermöglichen bereits heute, dass gelähmte Menschen virtuelle Tastaturen bedienen und eingeschlossene Personen kommunizieren können, indem sie Gehirnsignale auslesen und in digitale Daten umwandeln. Dr. Jochen Lennerz vom Hasso-Plattner-Institut hebt das enorme Potenzial hervor, das über die Wiederherstellung motorischer Fähigkeiten und Kommunikation hinausgeht und zukünftig das direkte Teilen von Erfahrungen oder das Auslesen von Wahrnehmungen ermöglichen könnte. Gleichzeitig warnt er vor ethischen und rechtlichen Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit hochsensiblen Neurodaten, deren Sekundärnutzung und den Datenschutz über den Tod hinaus. Auch militärische Anwendungen und ein globaler Wettbewerb um diese Technologien werden diskutiert, während Experten wie Bertolt Meyer und Philipp Kellmeyer vor Risiken wie Stigmatisierung, Nutzungsdruck und der Notwendigkeit eines Moratoriums für nicht-medizinische implantierbare BCIs warnen.