Gewalt in Beziehungen: Sexualforscher erklärt die Gründe 24.03.2026

Der Sexualwissenschaftler Heinz-Jürgen Voß erklärt die komplexen Ursachen von Gewalt in Paarbeziehungen, die laut ihm in der deutschen Gesellschaft tief verwurzelten Männerdominanz und dem Anspruchsdenken gegenüber Frauen begründet liegen. Etwa jede zweite Frau erlebt Gewalt, die verbal, psychisch, körperlich oder sexuell sein kann. Auslöser sind oft unspezifische Überforderungen, Konflikte, Alkoholkonsum, sexuelle Probleme, Eifersucht oder Trennungsabsichten. Traditionelle Männlichkeitsbilder und eine Sozialisation, die Jungen zu Aggressivität und Mädchen zu Passivität in der Sexualität erzieht, spielen eine wesentliche Rolle. Voß betont die Notwendigkeit, bereits in der Sexualaufklärung anzusetzen und die Selbstbestimmung zu fördern, um Gewalt vorzubeugen. Die Studie "Viktimisierungsstudie Sachsen" zeigt, dass verheiratete Frauen mit Kindern gewalttätige Beziehungen im Durchschnitt deutlich länger ertragen.















