Die Schweiz blickt auf eine lange Geschichte von Naturkatastrophen zurück, die den Umgang mit Naturgefahren massgeblich geprägt haben. Historische Ereignisse wie das Basler Erdbeben von 1356 mit einer Magnitude von 6.6, die Flutwelle im Bleniotal 1515, der Bergsturz von Goldau 1806 und die Überschwemmungen von 1868 zeugen von der zerstörerischen Kraft der Natur. Insbesondere die Ereignisse von 1868 führten zu einer nationalen Forst- und Wasserbaugesetzgebung und stärkten die Kompetenzen des Bundes im Hochwasserschutz. Nach einer rund hundertjährigen Phase ohne grössere Katastrophen lösten die Unwetter von 1987 ein Umdenken hin zu einer "Risikokultur" aus, die sich auf integralem Risikomanagement, Prävention, Gefahrenkarten und Information der Bevölkerung konzentriert. Aktuelle Überwachungssysteme und Evakuierungspläne ermöglichen einen verbesserten Umgang, doch Experten warnen vor seltenen Extremereignissen wie langanhaltenden Hitzeperioden, auf die die Schweiz noch nicht ausreichend vorbereitet ist.