Die neuesten Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) belegen eine signifikante Übersterblichkeit während der jüngsten Hitzewelle in der Schweiz. Die Sterblichkeitsrate bei Personen über 65 Jahren liegt aktuell etwa 15 Prozent über dem saisonal erwarteten Niveau, was etwa 200 zusätzlichen Todesfällen entspricht. Im Vergleich zum Hitzesommer 2015, als die Rate bei 18 Prozent lag, zeigt sich ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Da Hitze selten direkt als Todesursache auf Totenscheinen steht, sondern eher Herzinfarkte oder Atemwegserkrankungen verschärft, spricht man wissenschaftlich von Übersterblichkeit. Die Daten des BFS weisen einen Verzug von etwa zehn Tagen auf und sind noch unvollständig. Während Hitze-Aktionspläne in den Sommern 2018 und 2019 die Übersterblichkeit senkten, fehlt es in der Schweiz noch an Einheitlichkeit, da bisher nur acht der 26 Kantone vollständige Pläne nach WHO-Kriterien umgesetzt haben.