Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht sich gezwungen, erstmals seit 2023 die Leitzinsen zu erhöhen, um die anhaltend hohe Inflation einzudämmen. Die Verbraucherpreise in der Eurozone lagen im Mai bereits 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau, und Experten prognostizieren weitere Anstiege. Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs, der die Preise auf 120 bis 130 Dollar pro Barrel treiben könnte, und das Ende des Tankrabatts in Deutschland werden voraussichtlich zu einer Inflationsrate von über vier Prozent bis zum Jahresende führen, wie Carsten Brzeski von ING Deutschland erklärt. Unternehmen werden gestiegene Kosten zeitversetzt weitergeben, was sich auf Lebensmittel und Dienstleistungen auswirken wird. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert für Deutschland eine Inflationsrate von 2,9 Prozent in diesem Jahr und 3,0 Prozent im nächsten, wobei Kerninflation und Kaufkraftverlust eine spürbare Belastung darstellen.