Internet-Zensur: Wie Algorithmen die Wahrheit filternvor 4 Stundenc't Magazin 12.03.2026

Der Artikel von Hartmut Gieselmann im c't Magazin beleuchtet die subtile und vielschichtige Natur der modernen Internet-Zensur, die weniger durch offene Verbote, sondern vielmehr durch Algorithmen, Geschäftsmodelle und Regulierung im Namen des Schutzes erfolgt. Beispiele wie die Löschung von Beweismaterial für Kriegsverbrechen durch YouTube-Algorithmen oder die Unterdrückung pro-palästinensischer Inhalte durch Meta-KI verdeutlichen die Gefahren. Staaten wie China und Russland praktizieren offene Zensur, während westliche Demokratien durch Verordnungen und indirekten politischen Einfluss auf Plattformen agieren. Wirtschaftliche Interessen, wie die Demonetarisierung von Kriegsberichterstattung durch Werbekunden, und staatliche Überwachung, wie die massenhafte Datenabgreifung durch den BND am DE-CIX, führen zu einem "Chilling-Effekt". Der Digital Services Act (DSA) der EU wird als ambitioniert, aber mit einem Konstruktionsfehler kritisiert, da die EU-Kommission als Gesetzgeber, Aufsichtsbehörde und Richter agiert. Die Argumentation, dass Jugendschutzmaßnahmen wie Altersverifizierung und die Einschränkung von VPNs zu einer umfassenden Überwachungsinfrastruktur führen könnten, die mit der chinesischen Great Firewall vergleichbar ist, wird hervorgehoben. Die Antwort auf Desinformation liege in besserer Information und auf Plattform-Monopole in offenen Protokollen, nicht in staatlicher Inhaltskontrolle.














