"Er machte nicht mehr die Tür auf" 16.03.2026

Der renommierte deutsche Philosoph und Gesellschaftstheoretiker Jürgen Habermas ist verstorben. Ein langjähriger Freund und Weggefährte, Michael Krüger, ehemaliger Verleger des Carl Hanser Verlags, teilt in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" Einblicke in Habermas' letzte Lebensjahre. Krüger beschreibt, wie Habermas schwer von persönlichen Schicksalsschlägen getroffen wurde, darunter der Tod seiner Tochter Rebekka im Jahr 2023 und seiner Frau Ute im Vorjahr. Habermas äußerte gegenüber Krüger den Wunsch, "möglichst unbemerkt zu verschwinden". Ein geplanter Besuch bei Habermas zu Hause scheiterte, da dieser die Tür nicht mehr öffnete und sich telefonisch für die lange Freundschaft bedankte. Andere Weggefährten wie Herfried Münkler und Norbert Frei würdigen Habermas in der "Süddeutschen Zeitung" als "letzten Fortschrittsoptimisten", der jedoch unter politischen Entwicklungen wie dem Aufstieg der autoritären Rechten und dem Ukraine-Krieg litt. Hedwig Richter hebt Habermas' "kommunikative Vernunft" als Gegenmittel zur nostalgischen Resignation hervor.














