Der Kanton Waadt leidet unter einer kritischen Überfüllung der Gefängnisse und einem akuten Personalmangel, was bereits zu parlamentarischer Kritik an den „unmenschlichen Zuständen“ führte. Um neue Fachkräfte zu gewinnen, setzt der Kanton nun auf innovative Rekrutierungsmethoden wie Infoabende und Werbevideos anstelle klassischer Stelleninserate. Ziel ist es, Menschen aus sozialen Berufen, beispielsweise aus der Kinderbetreuung, für den Strafvollzug zu begeistern. Die Arbeit wird dabei weniger als reine Bewachung, sondern als begleitende Unterstützung bei der Resozialisierung dargestellt. Interessierte müssen ein dreijähriges Ausbildungsprogramm absolvieren. Die Anforderungen an das Personal sind gestiegen, da eine individuelle Betreuung der Insassen im Vordergrund steht. Vorausgesetzt werden ein Schweizer Pass oder eine Niederlassungsbewilligung C, eine abgeschlossene Berufslehre sowie ein einwandfreier Strafregisterauszug.