Katherina Braschels Roman "Heim holen": Brauchtum und Kriegsverbrechen 16.06.2026

In ihrem Debütroman „Heim holen“, erschienen im Residenz Verlag, thematisiert die 1992 in Salzburg geborene Autorin Katherina Braschel die komplexe Identität der Donauschwaben. Die Protagonistin Lina, eine in den 1990er Jahren geborene Millennial, lebt in einem Spannungsfeld zwischen ihrem modernen studentischen Alltag und der strengen Traditionspflege ihrer Familie. Während ihre Gemeinschaft die eigene Geschichte primär als Opfererzählung über die Vertreibung aus Belgrad am Ende des Zweiten Weltkriegs definiert, stößt Lina auf eine schockierende Wahrheit: Ihr Großvater war Mitglied der SS. Die daraufhin beginnende Spurensuche nach möglichen Kriegsverbrechen rüttelt an den familiären Grundfesten und hinterfragt die dokumentierte Vergangenheit ihrer Volksgruppe. Braschel verknüpft dabei zeitgenössische Jugendsprache mit schweren historischen Themen, um Fragen von Nationalismus, Erinnerungskultur und familiärer Verdrängung in einem unprätentiösen Stil zu untersuchen.















