SPD-Chef Lars Klingbeil hat Reformen vorgeschlagen, die eine stärkere Beteiligung aller an der Arbeit und eine Abkehr von rein geldpolitischen Lösungen für Krisen beinhalten, was er als Brücke zur Union verstanden wissen will. CSU-Chef Markus Söder lehnt jedoch eine Erhöhung von Spitzen- und Erbschaftssteuern ab und fordert stattdessen Senkungen bei Unternehmens- und Stromsteuern, was Klingbeil als 47-maliges "Nein" bezeichnet. CDU-Chef Friedrich Merz äußert sich vage zu Reformen und betont die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen, während Söder eine "Agenda 2010 reloaded" bis Pfingsten fordert und damit Merz' vorsichtigeres Erwartungsmanagement untergräbt. Angesichts bevorstehender wichtiger Reformen, insbesondere im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung und der Renten, steht Merz nun unter Druck, der Koalition eine klare Richtung zu geben und Führung zu zeigen, anstatt Söders unberechenbares Verhalten zuzulassen.