Krieg in Europa, Deutschland, Ukraine, Russland: "Keine Normalität" 06.05.2026

** Der Historiker Eckart Conze analysiert im Interview anhand deutscher Geschichte das Verhältnis von Krieg und Frieden und widerlegt die Vorstellung einer "historischen Normalität" oder eines "Endes der Geschichte". Er betont, dass Geschichte ständig in Bewegung sei und sich aktuell durch die Aggression Russlands unter Wladimir Putin und die unberechenbare Politik Donald Trumps erneut beschleunige. Conze erläutert, dass der Westfälische Friede von 1648 zwar den souveränen Staaten das Kriegsführungsrecht gab, aber den Frieden als normativen Anspruch postulierte. Er zeigt auf, wie die deutsche Geschichte zwischen kriegerischer Gewalt und Friedenssuche verlief – von der NS-Rhetorik des Friedens bei gleichzeitiger Kriegsvorbereitung bis zur alliierten Entscheidung nach 1945, Deutschland als Staat zu zerschlagen. Frieden müsse politisch immer wieder gestiftet und gesichert werden, was durch aktuelle Disruptoren wie Putin und den Rückzug der USA als verlässliche Ordnungsmacht massiv erschwert werde.
















