Die Bundesregierung fordert von Mineralölkonzernen Erklärungen für die stark gestiegenen Kraftstoffpreise in Deutschland, da die Antworten zweier Konzerne in einer Taskforce-Sitzung die Koalitionsparteien Union und SPD nicht zufriedenstellen konnten. SPD-Fraktionsvize Armand Zorn und Unions-Fraktionsvize Sepp Müller kritisierten die Konzerne scharf und sprachen von "Preistreiberei", da die Unternehmen nicht glaubhaft erklären konnten, wie ihre Preisgestaltung funktioniert und warum die Preise im europäischen Vergleich höher sind. Die SPD-Verkehrspolitikerin Isabel Cademartori bemängelte, dass Preissenkungen nicht an Kunden weitergegeben würden und fragte nach erwarteten Rekordgewinnen für 2026, was sie als "dreist" bezeichnete. Vertreter von BP und Shell nahmen an der Sitzung teil, ebenso wie der Präsident des Bundeskartellamts. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie wies Vorwürfe der "Abzocke" zurück und kritisierte geplante Verschärfungen des Kartellrechts, die eine Beweislastumkehr bei Preiserhöhungen vorsehen und Risiken für Unternehmen bergen könnten.