Legal, aber seltsam: Die Post zahlt zu viel Mehrwertsteuer 29.05.2026

Die Schweizerische Post erhebt seit 2009 freiwillig Mehrwertsteuer auf Briefen, die gesetzlich von dieser Steuer befreit sind, wie Inlandbriefe unter 50 Gramm, welche dem Briefmonopol unterliegen. Diese Praxis, bekannt als "Optierung", ermöglicht es der Post, Steuereinnahmen zu generieren, die sie technisch nicht abführen müsste, wobei ein 1.20-Franken-Brief zu neun Rappen Mehrwertsteuer führt. Während die Post argumentiert, dass Kunden dadurch keine Mehrkosten entstehen und frühere Preiserhöhungen vermieden wurden, wird intern die Angemessenheit dieses Modells angesichts sinkender Briefmengen und modernerer Prozesse geprüft. Finanzministerin Karin Keller-Sutter profitiert von den höheren Steuereinnahmen, und eine Überprüfung des Postgesetzes ab Mitte 2026 könnte die Abschaffung dieser freiwilligen Mehrwertsteuerpflicht zur Folge haben. Der CEO der Post, Pascal Grieder, dessen jährliche Gesamtkosten fast 1 Million Franken betragen, plant zudem eine Erhöhung des Portos aufgrund jährlicher Verluste von 85 Millionen Franken im Briefgeschäft.















