Die französische Regierung unter Premierminister Sébastien Lecornu hat zwei Misstrauensvoten im Parlament überstanden, die durch die Verabschiedung eines neuen Energiegesetzes per Dekret ausgelöst wurden. Sowohl der Antrag des rechtsextremen Rassemblement National (RN) mit 140 Stimmen als auch der der linksgerichteten La France Insoumise (LFI) mit 108 Stimmen verfehlten die notwendige Mehrheit von 289 Stimmen. Das umstrittene Energiegesetz, das die Ziele für erneuerbare Energien senkt und die Abschaltung von 14 Atomreaktoren rückgängig macht, um den staatlichen Versorger EDF zu entlasten, hatte eine hitzige Debatte über Subventionen und die Finanzierung neuer Atomkraftwerke angesichts hoher Staatsverschuldung ausgelöst. Die Regierung Lecornu, die keine eigene Parlamentsmehrheit besitzt, hatte bereits zuvor den Haushalt ohne Abstimmung durchgesetzt und überstand damit bereits ihr drittes Misstrauensvotum in diesem Jahr.