Merz, Macron und Meloni Kompliziertes Dreiecksverhältnis 11.02.2026

Präsident Emmanuel Macron hat in Dünkirchen die französische Stahlindustrie gefeiert, während er gleichzeitig in einem Interview die deutsche Bundesregierung kritisierte und die Notwendigkeit eines souveränen Europas betonte. Er wirft einigen europäischen Partnern vor, sich zu sehr auf die USA und Russland verlassen zu haben und China als reinen Absatzmarkt zu sehen, während es sich zu einem Konkurrenten entwickelt habe. Macrons Besuch im Stahlwerk wird als Antwort auf die Darstellung Frankreichs als weniger industriell bedeutend interpretiert und als Reaktion auf die Annäherung zwischen Deutschland und Italien unter Kanzler Olaf Scholz und Premierministerin Giorgia Meloni. Diese deutsch-italienische Allianz, die sich als "die beiden wichtigsten Industrieländer Europas" bezeichnet, sorgt in Paris für Unmut, da Frankreich ebenfalls bedeutende Industriezweige besitzt. Das deutsch-französische Verhältnis, das einst durch Friedrich Merz als Motor Europas wiederbelebt werden sollte, ist durch unterschiedliche Ansichten zu Themen wie dem Mercosur-Abkommen, der Nutzung eingefrorener russischer Vermögen und der europäischen Industriepolitik belastet. Macron wünscht sich eine stärkere staatliche Förderung der Industrie und gemeinsame Schuldenaufnahme, während die Bundesregierung hier zurückhaltender agiert. Die italienische Ministerpräsidentin Meloni wird in deutschen Medien teilweise als zuverlässiger als Macron dargestellt, was die Spannungen weiter verschärft. Experten wie Stefan Seidendorf und Jean Asselborn relativieren jedoch die aktuelle Krise und verweisen auf die historische Fähigkeit Deutschlands und Frankreichs, trotz Reibereien immer wieder zu einer Einigung zu finden.













