Der Messerangriff in Winterthur hat die Strafverfolgungsbehörden an rechtliche Grenzen gebracht, da der mutmassliche Täter die Durchsuchung seiner digitalen Geräte verweigert. Die aktuelle "Siegelung" prüft, welche Daten ein Gericht für Ermittlungen freigeben darf, um private oder anwaltliche Informationen zu schützen. Bundesanwalt Stefan Blättler kritisiert diese Regelungen als veraltet angesichts der riesigen Datenmengen, was zu Verzögerungen bei der Freigabe führt. Die Politik, vertreten durch die Nationalrätin Manuela Weichelt, sieht ebenfalls Handlungsbedarf und diskutiert über den Einsatz von KI zur Datenbewältigung und eine mögliche personelle Aufstockung der Gerichte. Erste Massnahmen, wie die Verkürzung von Fristen für Siegelungsanträge, wurden 2024 ergriffen, weitere Debatten über Ausnahmeregelungen sind zu erwarten, um ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Privatsphäre zu finden.