Missbrauch im Netz Wie Spanien gegen Deepfakes vorgeht 28.03.2026

In Almendralejo, Spanien, wurden im Sommer 2023 mindestens 20 minderjährige Schülerinnen Opfer von Deepfakes, bei denen aus echten Fotos künstliche Nacktbilder erstellt und über WhatsApp verbreitet wurden. Die Täter, ebenfalls minderjährige Mitschüler, nutzten eine "Auszieh-App". Obwohl der Tatbestand "Deepfake" im spanischen Strafrecht noch nicht explizit existiert, wurden die Jugendlichen vom Jugendgericht Badajoz zu Bewährungsstrafen und zur Teilnahme an Aufklärungsprogrammen verurteilt, wegen Kinderpornografie und Verstoßes gegen die guten Sitten. Dieser Fall und die breitere spanische Gesetzgebung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, die seit dem Mord an Ana Orantes 1997 stetig ausgebaut wurde, führen zu zwei Gesetzentwürfen im spanischen Parlament, die das Recht an die KI-Welt anpassen sollen. Rechtsanwalt Jesús Odériz betont, dass auch im bestehenden Recht Möglichkeiten für Verurteilungen bei Deepfake-Delikten bestehen, selbst bei Erwachsenen. Spanien verfolgt einen Weg der härteren Strafen, spezialisierten Gerichten und öffentlicher Aufmerksamkeit zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.













