Der Nationalrat hat sich in einer knappen Abstimmung entschieden, die Debatte über eine mögliche Aufhebung des Kernkraftwerk-Neubauverbots zu verzögern. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von drei Stimmen folgte eine Mehrheit der Mitte-Links-Parteien und Teilen der Mitte der Forderung, dass der Bundesrat zuerst darlegen soll, wie neue Kernkraftwerke finanziert werden könnten. Dies widerspricht der Haltung des Ständerats, der eine schnellere Prüfung neuer Reaktoren als Option zur Schließung der Stromversorgungslücke im Winter wünscht. Sollten sich die Räte nicht einigen, würde die Rückweisung des Geschäfts an den Bundesrat durch den Nationalrat das Anliegen der AKW-Gegner vorerst verzögern und Bundesrat Albert Rösti mit der Ausarbeitung von Finanzierungsvorschlägen beauftragen.