Mord an Lumumba: Gericht lässt Anklage gegen Davignon zu 17.03.2026

65 Jahre nach der Ermordung des kongolesischen Regierungschefs Patrice Lumumba wird der Fall vor einem belgischen Gericht neu aufgerollt. Das Brüsseler Gericht erster Instanz hat entschieden, dass Étienne Davignon, heute 93 Jahre alt und der letzte Überlebende eines Teams von mindestens zehn Personen, die 1961 an Lumumbas Ermordung beteiligt waren, wegen „Beteiligung an Kriegsverbrechen“ angeklagt werden darf. Die Staatsanwaltschaft wirft Davignon, der damals als Diplomat in Kinshasa tätig war, die rechtswidrige Inhaftierung und Überstellung Lumumbas sowie die Entziehung seines Rechts auf ein ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren und entwürdigende Behandlung vor, jedoch keine Tötungsabsicht. Lumumbas Familie hatte bereits 2011 Klage eingereicht. Davignons Anwalt bestreitet die Vorwürfe und beruft sich auf Verjährung, doch belgisches Recht schließt die Verjährung von Kriegsverbrechen aus.














