Der Schweizer Nationalrat hat entschieden, nicht auf die Verlängerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes für die Beherbergungsbranche einzutreten. Seit 1996 zahlt die Hotellerie aufgrund einer damaligen Krise nur die Hälfte der regulären Mehrwertsteuer, was bereits sechsmal verlängert wurde. Während die Mitte-Partei und der Verband Hotelleriesuisse unter Verweis auf internationale Unsicherheiten und Wettbewerbsdruck für den Erhalt plädierten, lehnten FDP, SVP, SP, Grüne und GLP die Sonderregelung ab. Die Gegner argumentieren, dass die Branche derzeit Rekordumsätze verzeichnet und eine steuerliche Bevorzugung gegenüber anderen Gewerben nicht mehr gerechtfertigt sei. Auch Finanzministerin Karin Keller-Sutter sprach sich gegen die Sonderbehandlung aus. Da der Nationalrat die Verlängerung abgelehnt hat, liegt die endgültige Entscheidung nun beim Ständerat, der über die Zukunft der steuerlichen Entlastung in Höhe von etwa 300 Millionen Franken entscheiden wird.