Das Schweizer Parlament hat ein neues Sanierungsverfahren namens "Zweite Chance" beschlossen, das hoch verschuldeten Personen eine Perspektive auf einen Neustart ermöglicht. Dieses Verfahren sieht vor, dass nach drei Jahren ohne neue Schulden die restlichen Verbindlichkeiten erlassen werden. Lilian Senn, die aufgrund von Armut in der Kindheit, Arbeitslosigkeit und Scheidung einen Schuldenberg von rund 100'000 Franken angehäuft hat, sieht darin eine grosse Erleichterung, betont aber auch die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels hin zu mehr Verständnis für die Dynamik von Schulden. Das neue Verfahren soll Betroffenen wie Senn, die trotz Bemühungen aufgrund widriger Umstände und struktureller Probleme wie der Nichtberücksichtigung von Steuern im Existenzminimum ihre Schulden nicht begleichen können, eine Chance auf finanzielle Entlastung und eine Zukunft ohne ständige Existenzängste geben.