Der ehemalige israelische Premierminister Ehud Olmert hat den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag angerufen, um gegen die zunehmende Gewalt von israelischen Siedlern im besetzten Westjordanland vorzugehen. Einem Bericht des "Guardian" zufolge hat Israel seit Beginn dieses Jahrzehnts keine seiner Bürger wegen der Tötung palästinensischer Zivilisten strafrechtlich verfolgt, was zu einer weitgehenden Straffreiheit für gewalttätige Siedler führt. Olmert erklärte, er wolle die Aufmerksamkeit des IStGH auf diese Situation lenken, um "die Palästinenser und uns [Israelis]" vor staatlich unterstützter Gewalt zu "retten", die oft mit Beteiligung von Polizei und Militär ausgeübt werde. Dutzende ehemalige israelische Sicherheitskommandeure warnten in einem offenen Brief vor den "fast täglichen" Angriffen und bezeichneten das Versäumnis, gegen den "jüdischen Terrorismus" vorzugehen, als existenzielle Bedrohung für Israel. Seit 2020 wurden laut UN mindestens 1100 palästinensische Zivilisten im Westjordanland getötet, ohne dass Anklage erhoben wurde.