Tagesspiegel Plus „Er hat immer einen Feind gebraucht“: Orbáns Wandlung vom liberalen Intellektuellen zum prorussischen Langzeitherrscher 10.04.2026

Viktor Orbán, einst ein liberaler Intellektueller und Kritiker des Kremls, hat sich in den letzten 16 Jahren zu einem langjährigen, prorussischen Herrscher Ungarns entwickelt und das Land zu einer illiberalen Demokratie umgebaut. Geboren 1963 in Székesfehérvár, profitierte Orbán vom Gulaschkommunismus und brach aus der Provinz aus, um sich politisch zu formen. Seine Karriere begann mit der Gründung des "Bundes Junger Demokraten" (Fidesz) 1988, dessen Präsident er wurde. Nach einem frühen Aufstieg zum Ministerpräsidenten mit 35 Jahren, wandelte sich Fidesz von einer liberalen zu einer illiberalen Bewegung. Eine entscheidende Wende war die Wahlniederlage 2002, die zu einer Radikalisierung und der Schaffung eines "Feindbildes" führte, das er für seine Machtinstrumentalisierung nutzte. Seit 2010 hat Orbán die ungarische Demokratie zu seinen Gunsten umgebaut, indem er Verfassung, Wahlgesetze und Medien kontrolliert.













