Parlamentswahl in Algerien Wahlkampf gegen das Desinteresse 02.07.2026

Zehn Tage vor der Parlamentswahl in Algerien herrscht in der Hauptstadt Algier trotz des laufenden Wahlkampfes gähnende Desinteresse. Die Straßen sind kaum mit Wahlplakaten geschmückt, und viele Bürger äußern Resignation und mangelndes Interesse an der Wahl, da sie sich von den Steuerlasten oder geringen Löhnen belastet fühlen. Die Auswahl an Kandidaten ist durch ein restriktives Zulassungsverfahren der Wahlbehörde begrenzt, was selbst bei früheren Wahlen zu wenigen Bewerbern führte und auch bei der jetzigen Wahl kritisiert wird. Parteien wie die FFS von Youcef Aouchiche bemühen sich um die Mobilisierung der Wähler, doch die Beteiligung, die 2021 bei 23 Prozent lag, wird voraussichtlich erneut gering ausfallen. Innenpolitisch dominieren soziale Themen wie hohe Inflation und wirtschaftliche Diversifizierung, während Außenpolitik eine untergeordnete Rolle spielt. Trotz Algeriens wirtschaftlichem Potenzial und Interesse Deutschlands an einer Zusammenarbeit mangelt es an Vertrauen in die Institutionen, da die Macht zunehmend auf den Präsidenten konzentriert ist und das Parlament als machtlos wahrgenommen wird.














