Verteidigungsminister Boris Pistorius hat eine Regelung im Wehrpflichtgesetz, die seit Jahresbeginn gilt und eine Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte von wehrfähigen Männern vorsah, als derzeit nicht anwendbar erklärt. Er betonte, dass Männer zwischen 17 und 45 Jahren derzeit ohne Genehmigung verreisen und längere Aufenthalte im Ausland nicht melden müssten. Diese Klarstellung erfolgte nach erheblicher Kritik und Verunsicherung, da das Gesetz grundsätzlich eine Meldepflicht für Auslandsaufenthalte von über drei Monaten vorsah. Pistorius verteidigte die Regelung als vorsorgliche Maßnahme für einen möglichen Spannungs- oder Verteidigungsfall, betonte aber, dass der neue Wehrdienst freiwillig sei und niemand gegen seinen Willen eingezogen werde. Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz zielt darauf ab, die Bundeswehr auf 260.000 aktive Soldaten und 200.000 Reservisten aufzustocken, um auf die veränderte Sicherheitslage zu reagieren.